Trächtigkeit bei der Hündin erkennen

Eine Trächtigkeit der Hündin und die anschließende Geburt sind eine spannende Sache – sowohl für Züchter als auch für Ottonormalhundehalter. Während Züchter bereits wissen, woran sie erkennen, ob eine Hündin erfolgreich gedeckt wurde, sind nicht züchtende Hundehalter eher verunsichert. Gerade dann, wenn während der Läufigkeit ein „Unfall“ passiert ist oder auch bei Hündinnen aus dem Tierschutz mit nicht gänzlich bekannter Vorgeschichte, stellt sich manchmal die Frage, ob sie vielleicht trächtig sein könnte. Dieser Artikel soll euch dabei helfen, eine mögliche Trächtigkeit zu erkennen.

Erste Anzeichen einer Trächtigkeit

 

  • Die ersten Anzeichen einer Trächtigkeit können sehr vielseitig sein und ähneln denen von uns Menschen.
  • Bei vielen Hündinnen ist ein erhöhtes Schlaf- und Ruhebedürfnis zu beobachten. Selbst sonst sehr aktive Hündinnen können zu Beginn der Trächtigkeit ruhig und lethargisch wirken. Sie bevorzugen eher warme und ungestörte Liegeplätze. Dieses Ruhebedürfnis zeigt sich, wenn es sich überhaupt zeigt, bereits zwischen der 1. und 2. Woche der Trächtigkeit.
  • Vor allem unerfahrene Hündinnen können aufgrund der in sich vorgehenden Veränderungen etwas unsicher werden. Sie zeigen ein großes Bedürfnis nach Zuwendung und fordern diese mehr ein als zuvor.
  • Einige Hunde verlieren gänzlich das Interesse am Spiel mit ihren Artgenossen, werden regelrecht zickig oder sogar eifersüchtig.
  • Nicht nur, aber vor allem Hunderassen, die sowieso schon gerne fressen, können eine regelrechte Gefräßigkeit entwickeln. Nichts Essbares ist mehr vor ihnen sicher und es wird hartnäckig gebettelt.
  • Ungefähr ab der 3. Woche der Trächtigkeit beginnen sich die Zitzen der Hündin zu verändern. Sie werden etwas dunkler, fester und größer, weil sie nun stärker durchblutet sind. Diese Veränderungen sind allerdings so minimal, dass sie kaum jemandem auffallen, der sich die Zitzen nicht vorher genau angesehen hat.
  • Die bisher genannten Anzeichen können nicht nur bei einer Trächtigkeit, sondern auch bei einer Scheinschwangerschaft vorkommen.

Tragende Hündin sicher erkennen

 

  • Das eindeutigste Anzeichen für eine Trächtigkeit der Hündin ist ein zäher, glasig-klarer Ausfluss. Er setzt mit der Einnistung der Eizellen in die Gebärmutter ein – um den 20. Tag nach dem Deckzeitpunkt. In einigen Fällen auch ein paar Tage später. Die Menge des Schleims variiert von Hündin zu Hündin sehr stark. Einige verlieren sehr viel Schleim, bei anderen kann man nur morgens beim Aufstehen etwas erkennen.
  • Zur gleichen Zeit können Übelkeit und Erbrechen eintreten. Einige Hündinnen werden etwas futtermäkelig oder steigern ihre Gefräßigkeit noch.
  • Erst ab der 5. Woche ist bei den meisten Hündinnen auch äußerlich etwas zu erkennen. Eine leichte Rundung ist nun bereits zu sehen. Und langsam schwillt das Gesäuge an bis sich zum Ende der Trächtigkeit eine deutliche Milchleiste gebildet hat.
  • Um jedoch Klarheit zu erhalten, ob die Hündin wirklich trächtig ist, sollte eine fachkundige Untersuchung beim Tierarzt durchgeführt werden.

Die Untersuchung beim Tierarzt

 

  • Die Trächtigkeit einer Hündin lässt sich durch eine Blutuntersuchung nachweisen. Diese Relaxin- Konzentrationsbestimmung misst den Relaxin-Wert. Relaxine sind Hormone, die während einer Schwangerschaft in den Eierstöcken vermehrt gebildet werden. Wirklich sicher ist diese Untersuchung erst ab dem 30. Tag, sodass sie keinen zeitlichen Vorteil zur Ultraschalluntersuchen bringt.
  • Bereits ab dem 21. Tag kann mittels Ultraschall (Sonografie) eine Trächtigkeit nachgewiesen werden. Gute Technik soll es schon ab dem 16. Tag können. Wer aber ganz sicher sein will, wartet bis zum 25. Tag.
  • Die Ultraschalluntersuchung macht es außerdem möglich, die Fruchtwasserqualität zu erkennen sowie Herzbewegungen und Aktivität der Welpen zu sehen. Ab dem 35. Tag können so auch die Anlage der Organe und anderer Körperteile untersucht werden, was ebenfalls Rückschlüsse auf die Gesundheit der Welpen möglich macht.
  • So genau diese Methode auch ist, kann hierdurch nicht mit absoluter Genauigkeit gesagt werden, wie groß ein Wurf wird. Bei kleinen Würfen bis zu 3 Welpen kann die Anzahl ziemlich sicher bestimmt werden. Danach erhöht sich durch Überlappungen die Fehlerquote.
  • Eine weitere Methode ist die transabdominale Palpation. Auch wenn es eine alte Methode ist, hat sie in der gängigen Praxis immer noch ihre Existenzberechtigung. Sie stößt jedoch bei fettleibigen, nervösen und aggressiven Hündinnen schnell an ihre Grenzen. Da man beim Herumgedrücken auch etwas kaputt machen und den Welpen so schaden kann, darf sie nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden.
  • Hierbei werden die Bauchorgane, durch den Tierarzt abgetastet umso eine Trächtigkeit nachzuweisen. Diese Technik kann circa ab dem 25. Tag nach der Deckung durchgeführt werden. Ab dem 50. Tag der Trächtigkeit, können die Feten direkt ertastet werden.
  • Das Röntgen wird heutzutage nicht mehr zur Trächtigkeitsdiagnose durchgeführt. Es dient aber im späteren Verlauf zur Bestimmung der Wurfgröße. Sobald die Knochen der Feten mineralisiert sind – ab dem 45. Tag – kann die Anzahl der Welpen mittels Röntgen sicherer bestimmt werden als durch Ultraschall. Da hier aber nur eine Momentaufnahme möglich ist, sind gerade bei größeren Würfen Überlagerungen möglich.

Dieser Artikel soll lediglich Hilfestellung sein, um eine Trächtigkeit zu erkennen. Eines soll er definitiv nicht. Nämlich irgendjemanden dazu auffordern, seine Hündin decken zu lassen. Die Tierheime hierzulande sind voll. Solange das der Fall ist, sollte niemand noch weitere Welpen auf die Welt setzen.

Trächtigkeit bei der Hündin erkennen
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6 Kommentare

  1. Meine hündin habe ich vor 5 Wochen decken lasen sehen aber nichts bei ultroschal aber verliert schleim

    • Hallo Heike Beier

      könnten sie mich mal anschreiben … meine Freundin hat genau das gleiche Problem wie sie und leider kann ich nicht sehen ob man Ihnen schon was gesagt hat dazu.. Würde uns interessieren.

  2. Hey , ich bin Elki und bei meiner meine Chihuahua Dame , weiß ich nicht genau, ob sie trächtig ist oder nicht. Konnte leider nicht beobachten, ob mein Rüde sie gedeckt hat oder nicht. Da sie gern dabei ihre Ruhe suchen. Das ist jetzt 10 Tage her. Das einzigste was mir auf fällt, sie frisst mit einmal gut, was sie sonst nicht Tut und wenn unsere Katze kommt, möchte sie das nicht und bellt die Katze sehr an. Ist das schon ein Zeichen? Wer hat da solch eine Erfahrung schön gemacht? Lg. Elki

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