Agility mit dem Hund: Was Hundebesitzer über die Trendsportart für Hunde wissen sollten

Ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund sind wichtig, keine Frage! Auf Dauer kann es aber sowohl für den Vierbeiner als auch für Dich eintönig und langweilig werden, täglich nur spazieren zu gehen. Viele Hundebesitzer wünschen sich daher Abwechslung im Alltag. Eine Hundesportart wie Agility kann dann genau das Richtige für Dich und Deinen tierischen Liebling sein. 

Bei dieser Sportart kommt es auf einen guten Grundgehorsam, Schnelligkeit, Konzentration und Geschicklichkeit an. Nebenbei hilft Agility Dir und Deinem Hund dabei, die Bindung zu stärken und als Team eng zusammenzuwachsen. Denn: Es braucht eine fein abgestimmte Kommunikation zwischen Dir und Deinem Vierbeiner, um beim Agility erfolgreich zu sein. Die Fellnasen haben ebenso wie Frauchen und Herrchen viel Spaß daran, einen Hindernisparcours weitgehend fehlerfrei in einer bestimmten Zeit zu absolvieren. 

Kein Wunder also, dass Agility auf der Beliebtheitsskala für Hundesport ganz weit oben rangiert. Dabei bietet die Sportart auch für Hunde viele Pluspunkte: Sie ist ein guter Ausgleich für Vierbeiner, kann Übergewicht vorbeugen oder beim Abnehmen helfen und erhält die allgemeine Fitness. Bevor Du nun mit dem Agility-Training loslegst oder Dich und Deinen Hund zu einem Kurs anmeldest, solltest Du Dich aber dennoch genauer über Agility als Hundesport informieren. Denn: Falsch ausgeführt, kann der Sport die Muskeln und Gelenke überfordern und somit zu Schmerzen führen. Ich habe hier im Test die wichtigsten Informationen über die Hundesportart Agility zusammengefasst und gehe auch auf die Vorteile und Nachteile ein. 

Was ist eigentlich Agility für Hunde?

Die Hundesportart Agility kommt aus England. Dort entstand sie in den 1980er-Jahren auf Hundeshows, wo Agility als Pausenprogramm diente. Der Erfinder Peter Meanwell ließ sich dabei vom Pferdesport und dem typischen Springparcours aus dem Reitsport inspirieren. Das Publikum war begeistert davon, wie die Hunde den Parcours überquerten, sodass sich daraus eine eigene Sportart entwickelte. 

Mittlerweile ist die beliebte Disziplin im Bereich des Hundesports längst auch in Deutschland angekommen. Sogar Weltmeisterschaften werden durchgeführt. Hier treten Mensch und Hund gegen andere Teams an und messen sich miteinander. Agility bedeutet auf Deutsch so viel wie Behändigkeit und Gewandtheit. Damit ist schon gut beschrieben, worum es bei dieser Hundesportart geht. Im Fokus stehen:

  • Koordinationsfähigkeit
  • Geschicklichkeit
  • Geschwindigkeit 

Der Hund überwindet beim Training einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen nach bestimmten Regeln. Hund und Hundeführer müssen eng miteinander zusammenarbeiten. Denn: Du bedeutest Deinem Hund durch Kommandos, Gesten und Anfeuern, wie er den Parcours überwindet. Das Ziel besteht darin, den Parcours möglichst fehlerfrei und in raschem Tempo zu absolvieren. 

Agility Hunde Sport Geschwindigkeit

Wie sieht ein Agility-Parcours aus?

Ein Agility-Parcours besteht aus verschiedenen Elementen. Dazu gehören zum Beispiel: 

  • Hürdenlauf
  • Slalom durch Stangen 
  • Tunnel
  • Schrägwand
  • Steilwand
  • Laufsteg 
  • Mauer
  • Weitsprung 
  • Hängebrücken
  • Reifenspringen 
  • Wippe

Am Ende bekommt der Hund dafür eine Belohnung. Bei einem Turnier erhalten die besten Vierbeiner eine Medaille oder einen Pokal. Das hat aber eher für den Hundehalter eine Bedeutung. Für die Fellnasen reicht es schon, von Frauchen oder Herrchen angefeuert und gelobt zu werden. 

Was lernen Hunde beim Agility?

Natürlich sollte der Spaß beim Agility-Training mit dem Hund im Zentrum stehen. Hundehalter und Hund führen gemeinsam eine sportliche Aktivität durch, um ihre Bindung zu stärken und sich fit zu halten. Das baut auch ein gutes Vertrauen zwischen Hund und Halter auf und verbessert die Kommunikation durch Körpersprache. 

Schließlich trägt Dein Hund beim Training keine Leine oder Halsband, sodass Du als Hundeführer Deine Fellnase nur durch Sprachsignale und Gesten lenkst. Dein Hund muss also auf Dich achten, damit er beispielsweise zum richtigen Zeitpunkt abspringen und den Parcours fehlerfrei durchlaufen kann. Das fördert bei Deinem Hund die Gehorsamkeit. 

Hund Agility Hund Sport

Welche Voraussetzungen brauchen Hunde für Agility?

Als Hundesportart bietet Agility Deinem Vierbeiner eine Menge Bewegung, abwechslungsreiche Aufgaben, Ausdauertraining und Koordinationsübungen. Dieser Mix sorgt dafür, dass Dein Hund auf vielfältige Weise gefördert und trainiert wird. Somit ist Agility eine gesunde Beschäftigung, wenn ein paar Voraussetzungen erfüllt sind. Du darfst dabei nämlich nicht vergessen, dass Agility für Hunde auch ein anstrengendes Training ist und den Tieren viel abverlangt. Dein Hund sollte folgende Grundvoraussetzungen mitbringen, wenn Du diesen Hundesport mit ihm ausprobieren möchtest:

  1. Dein Hund kennt alle wichtigen Kommandos. Dazu gehören die Grundkommandos wie „Sitz!“ und „Bleib!“ ebenso wie das für Agility notwendige „Hopp!“. Übe diese Kommandos, bevor Du beginnst, mit Deinem Hund Agility zu trainieren. 
  2. Dein Hund ist fit und gesund. Lass ihn vorab sicherheitshalber beim Tierarzt einem Gesundheitscheck unterziehen. 
  3. Dein Hund ist aus dem Welpenalter heraus. Nur ausgewachsene Hunde haben ein ausreichend stabiles Skelett, kräftige Muskeln und starke Knochen, um den Belastungen standzuhalten. Beginnst Du zu früh mit Agility oder anderen Hundesportarten, drohen Fehlbildungen am Knochenbau.
  4. Für sehr große Hunderassen wie Doggen, Neufundländer und Bernhardiner ist Agility ebenso wenig geeignet wie für niedrige Rassen mit langem Rücken. Bassets und Dackel sind daher mit anderen Hundesportarten besser beraten. 
  5. Bei Gelenkerkrankungen wie Ellbogen- oder Hüftgelenkdysplasie solltest Du diese Sportart nicht mit Deinem Hund durchführen.
  6. Auch andere Handicaps und psychische Probleme stehen dem Agility-Training entgegen. 

Gut geeignet für den Bewegungssport sind hingegen lauffreudige Hunderassen wie Siberian Huskys. Aber auch andere Hunderassen und natürlich Mischlinge erfreuen sich am Agility. Solange Dein Hund gesund ist und Spaß an neuen Herausforderungen hat, kannst Du Agility mit ihm ausprobieren, weil die Abwechslung und die Freude an der Bewegung hier im Vordergrund stehen. Ein kostenloses Probetraining ist ideal. Aber: Wenn sich Dein Hund für Agility einfach nicht begeistern kann, nützt Dir all Dein Ehrgeiz nichts. Dann ist es besser, eine andere Hundesportart zu testen.

Hund springt

Mindestalter beim Agility beachten

Eine wichtige Rolle spielt bei Agility – ebenso wie bei anderen Hundesportarten – das Alter Deines Hundes. Beginne erst mit dem Sport, wenn Dein Hund ausgewachsen ist. Startest Du zu früh, sind die Knochen, Bänder und Muskeln für die Belastung noch nicht stabil genug. Es kann zu Haltungsschäden oder Brüchen kommen. Üblicherweise ist das Wachstum im Alter von acht bis zwölf Monaten beendet. Bei kleinen Rassen geht das schneller, bei größeren kann es auch mal bis zu zwei Jahre dauern. 

Es ist durchaus möglich, auch einen jüngeren Hund schon an erste Hindernisse heranzuführen. Das sollte dann aber nur spielerisch und ohne Leistungsdruck erfolgen. Du kannst zum Beispiel ein kleines Trampolin, kleine Wippen oder Brücken verwenden. Damit gewöhnst Du Deinen Hund schon einmal an unterschiedliche Untergründe und förderst seinen Mut. Zu viele Sprünge solltest Du aber dabei vermeiden. Plane außerdem immer ausreichend Pausen ein, um Deinen kleinen Liebling nicht zu überfordern. 

Agility: Vorteile und Nachteile im Überblick  

Agility ist ein beliebter Hundesport, weil er für Hund und Mensch gemeinsame Zeit, viel Spaß und eine kreative Auslastung bietet. In einer Hundeschule kannst Du Agility am besten kennenlernen. Dort erfährst Du, wie Du Deinen Hund zum Überwinden des Parcours motivierst und ein artgerechtes Training durchführen kannst. Richtig ausgeführt, bietet Agility nämlich viele Pluspunkte: 

  • steigert die Fitness – beim Mensch und beim Hund
  • bessere Koordinationsfähigkeit 
  • der Hund wird geistig gefördert und ausgelastet 
  • das Training spricht die Erinnerungs- und Kombinationsfähigkeit an
  • artgerechte Auslastung Deines Hundes
  • die Beziehung zwischen Hund und Mensch wird durch die Teamarbeit gestärkt
  • beim Training hat Dein Hund Sozialkontakte zu Artgenossen
  • Du kannst Dich mit anderen Hundehaltern austauschen

Wie alles im Leben hat aber auch Agility als Hundesport ein paar Nachteile: 

  • das Training kostet relativ viel Zeit 
  • die Gerätschaften für die Ausstattung sind teuer, wenn Du Dir alles selbst kaufen möchtest
  • die Trainingsstunden in der Hundeschule kosten Geld
  • bei einem übersteigerten Ehrgeiz Deinerseits kann der Hund schnell überfordert werden
  • für manche Hunde bedeuten die hohen Trainingsanforderungen Stress
  • nicht geeignet für Junghunde, Senioren und bestimmte Rassen
  • nicht für Hunde mit bekannten oder drohenden Gelenkproblemen 

Wird das Training zu intensiv durchgeführt, kann das für Hund und Halter einen unterschätzten Stressfaktor darstellen. Du solltest daher von Anfang an darauf achten, Deinem Hund nur das zuzumuten, was er auch aushalten kann. Denke daran, nach dem Training für Entspannung zu sorgen. Dabei hilft zum Beispiel eine Hundemassage mit einem Igelball. 

Manche Hundeexperten wie etwa der renommierte Hundetrainer Turid Rugaas warnen auch vor einem überhöhten und unsachgemäßen Agility-Training. Da der Hund ständig angefeuert und angestachelt wird, werden permanent Stresshormone ausgeschüttet. Das kann für den Organismus auf Dauer schädlich sein. Auch bei Hunden, die schnell überdrehen, generell nervös sind oder sich extrem fixieren, ist Vorsicht geboten. Das gilt beispielsweise für Border Collis. In diesen Fällen sollte Agility nur sehr achtsam betrieben werden – oder Du weichst auf eine geeignetere Hundesportart aus. 

Hund rennt

Welche Regeln gilt es beim Agility zu beachten?

Willst Du Agility nach den offiziellen Regeln des VDH durchführen, darfst Du Deinen Hund nur durch Stimme, Körpersprache und Handzeichen über die Hindernisse lenken. Im Wettkampf sind keine Hilfsmittel erlaubt:

  • keine Leine
  • kein Halsband
  • keine Leckerlis
  • keine Spielzeuge

Die Strecke, die Dein Hund überwinden muss, variiert zwischen 100 und 200 Metern. Die Anzahl der Hindernisse beläuft sich auf zwölf bis 22. Damit Dein Hund den Sieg einfahren kann, muss er den Lauf zum einen fehlerfrei und zum anderen möglichst schnell absolvieren. Wenn zwei Hunde gleich schnell sind, ist derjenige der Gewinner, der weniger Fehler gemacht hat. Lässt ein Hund ein Hindernis ganz aus oder durchläuft es in der falschen Reihenfolge, ist er für diese Runde komplett disqualifiziert. Bei Verweigerung eines Hindernisses kann ein zweiter Versuch gestartet werden, aber das kostet natürlich wertvolle Zeit. Bei Agility-Turnieren gibt es verschiedene Größenklassen:

Größenklasse Widerristhöhe
Mini bis 35 Zentimeter
Midi 35 bis 42 Zentimeter
Maxi ab 43 Zentimeter

Außerdem werden noch unterschiedliche Leistungsklassen eingeteilt:

Leistungsklasse Voraussetzungen
A1
  • mindestens 18 Monate
  • bestandene Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest
A2
  • der Hund hat schon einige fehlerfreie Agility-Läufe in A1 absolviert
A3
  • der Hund hat schon einige A2-Runden ohne Fehler durchlaufen

Hast Du mit Deinem Hund die „Königsklasse“ A3 erreicht, sammelst Du durch entsprechende Platzierungen Qualifikationspunkte. Diese brauchst Du, wenn Du an deutschen Meisterschaften, internationalen Turnieren oder den Ausscheidungsturnieren für die Weltmeisterschaft teilnehmen möchtest. 

Hund beim Agility Training

Agility für Anfänger – einfache Übungen für daheim 

Willst Du herausfinden, ob Agility überhaupt das Richtige für Dich und Deinen Vierbeiner ist? Dann kannst Du auch zunächst einmal daheim mit ein paar ganz einfachen Übungen starten, für die Du nicht viel Zubehör benötigst. 

Tunnelübung 

Vielleicht hat Dein Kind einen Krabbeltunnel, den Du für die Übung zweckentfremden kannst? Das wäre natürlich ideal. Alternativ verwendest Du einfach zwei bis drei Küchenstühle mit möglichst hohen Beinen und eine Decke. Stelle sie hintereinander und breite die Decke darüber aus. 

Locke Deinen Hund durch den Tunnel und begrüße ihn auf der anderen Seite. Auch wenn Leckerlis später bei Agility-Turnieren nicht mehr erlaubt sind, kannst Du sie anfangs natürlich verwenden. Hat Dein Hund Angst vor dieser Aufgabe, lobe ihn am besten schon, wenn er nur den Kopf oder eine Pfote in den Tunnel gesteckt hat. 

Balancieren 

Für diese Übung brauchst Du nur:

  • zwei schwere Getränkekisten
  • ein stabiles Regalbrett

Lege das Brett über die Getränkekisten. Balanciere einmal zur Probe darüber, um festzustellen, ob es eine ausreichende Stabilität bietet. Animiere Deinen Hund dann dazu, über das Brett zu balancieren. Achte aber darauf, dass er nicht herunterfällt. Nach einem Sturz wird er das Erlebnis negativ verknüpfen und so schnell nicht wieder balancieren wollen. 

Hürdenlauf

Auch einen ersten Hürdenlauf kannst Du mit Deinem Vierbeiner bequem zu Hause starten. Stelle einfach zwei niedrige Hürden mit einem relativ großen Abstand hintereinander auf. Springe gemeinsam mit Deinem Hund darüber, damit er Lust auf das gemeinsame Spiel bekommt. Hat er einmal verstanden, was er zu tun hat, stellst Du Dich nur noch neben das Hindernis. Dann kannst Du ihn per Sprache oder Geste zum Abspringen animieren. 

Hund

Fazit: Agility überzeugt im Hundesport Test mit vielen Pluspunkten

Generell ist Agility meiner Meinung nach ein perfekter Einstieg in den Hundesport. Wenn Du noch nie mit Deinem Hund irgendeine Sportart ausgeübt hast, eignet sich Agility gut, um erste Erfahrungen zu sammeln. Es gibt lediglich ein paar Einschränkungen zu beachten:

  • mit Welpen solltest Du Agility nicht oder allenfalls hobbymäßig betreiben 
  • bei sehr großen Rassen oder Hunderassen mit langem Rücken ist Agility tabu
  • der Sport eignet sich nicht für Hunde mit Vorerkrankungen des Bewegungsapprates 

Am besten nimmst Du an einer Schnupperstunde in einer Hundeschule teil. Alternativ kannst Du mit Deinem Hund auch erste Übungen daheim ausprobieren. Kann Dein Hund diese gut bewältigen und hat Spaß dabei, wird es sich lohnen, ein richtiges Agility-Training auszuprobieren. Dein Hund wird davon gesundheitlich profitieren – und die Hund-Mensch-Bindung ebenso! 

Ich bin Olaf, Anfang 50 und blogge gerne rund um das Thema Hund. Unser weißer Schäferhund Charly kam als Welpe zu uns in die Familie. Mit unseren 5 Kindern und weiteren Haustieren ist immer viel Bewegung in der Familie. Charly begleitet uns auch immer beim Camping oder der Arbeit. Es gibt also viel aus dem Hundealltag zu berichten.