Welpen stubenrein bekommen

Einen Welpen stubenrein zu bekommen, ist grundsätzlich nicht schwer, doch bei der Sauberkeitserziehung von Hundewelpen wird eine Menge falsch gemacht.
Und selbst, wenn ihr alles richtig macht, klappt es in manchen Fällen trotzdem nicht so wie es soll.

Welpen stubenrein bekommen

Den Welpen zuverlässig stubenrein bekommen

Welpen werden nicht stubenrein geboren. Jeder Hund muss das erst lernen. Wie lange das dauert, hängt größtenteils von euch ab.

Beobachtet euren Welpen

Welpen werden unruhig, wenn sie müssen. Der eine mehr, der andere weniger. Einige Hundewelpen laufen hin und her, andere schnüffeln nur kaum merkbar am Boden. Spätestens wenn ein Hundebaby sich im Kreis dreht, ist es höchste Zeit. Sie lösen sich meist direkt nach dem Schlafen, nach dem Essen und nach dem Spielen. Dann solltet ihr euren Welpen unbedingt rauslassen.

Bestraft euren Welpen niemals

Strafen sind unsinnig und werden von eurem Welpen nicht verstanden. Sie führen lediglich dazu, dass er Angst vor euch bekommt und sich zukünftig nur noch – von euch unbemerkt – an versteckten Stellen löst. Erlaubt ist höchstens ein ruhiges „Nein!“, wenn der Welpe gerade dabei ist, sich zu lösen. Hebt ihr ihn dabei sofort hoch, spannt er vor Schreck alles an und ihr könnt ihn ohne, dass ihr angepieselt werdet, nach draueßen tragen.

Richtiges Verhalten belohnen

Alles, was ihr belohnt, wird in Zukunft häufiger gezeigt. Freut euch, wenn sich euer Welpe draußen löst. Passt eure Freudentänze aber dem Wesen eures Hundes an. Es wäre kontraproduktiv, wenn ihr in dabei in Angst und Schrecken versetzt.

Verwendet neutrale Reinigungsmittel

Säubert verschmutzte Stellen nicht mit Essigreiniger. Der säuerliche Geruch animiert den Hund unter Umständen dazu, erst recht an diese Stelle zu urinieren. Achtet außerdem darauf, dass eure Reiniger kein Ammoniak enthalten. Das hat den gleichen Effekt.

Benutzt keine Zeitung oder Toilette

Bringt eurem Hundewelpen niemals bei, sich auf einer bestimmt Unterlage zu lösen, um sie dann schrittweise umzugewöhnen. Das führt in den meisten Fällen zu Katastrophen, zu Fehlverknüpfungen, zu Hunden, die nicht mehr wissen, wo sie sich lösen dürfen oder die nur noch auf Nachbars Fußmatten pieseln.

Verwendet keine Kommandos

Nichts ist schlimmer, zu müssen, aber nicht zu dürfen. Verwehrt eurem Hund nicht dieses Grundbedürfnis, indem ihr ihm beibringt, sich nur auf Kommando zu lösen. Stellt euch vor, euch passiert etwas, euer Hund muss vorübergehend woanders untergebracht werden und kein Mensch weiß von eurem bescheuerten Kommando. Wie lange soll er bitte durchhalten?

Lasst euren Welpen mit im Bett schlafen

Ich höre die Trainer schon schreien – zu Unrecht. Welpen gehören in der Anfangszeit ins Bett. Frisch getrennt von Mutter und Geschwister brauchen sie Wärme, Nähe und die Gewissheit, nicht völlig verloren zu sein.

Der positive Nebeneffekt ist der, dass ihr sofort mitkriegt, wenn der Welpe unruhig wird. Auch dann, wenn ihr normalerweise schlaft wie ein Stein. Da eure direkte Nähe zusätzlich beruhigend auf den Hund wirkt, wollen viele Welpen nachts kaum raus und ihr habt nicht wie andere das Problem mit den schlaflosen Nächten.

Die Umgewöhnung auf das Körbchen wird gern dramatisiert. Soll euer Hund später nicht mehr im Bett schlafen, bietet ihm stattdessen ein Schaumstoffkörbchen mit Plüschbezug und hohem Rand. Wichtig ist, dass es nicht zu groß ist. Im locker eingerollten Zustand sollte euer junger Hund noch den Rand berühren und sich so von ihm eingeschlossen fühlen. Eine kuschelige Kinderbettdecke und ein getragenes Shirt von euch dazu und der Tausch ist perfekt.

Krankheiten ausschließen

Wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Welpe das Prinzip verstanden hat, aber dennoch ständig in die Wohnung pieselt, solltet ihr das tierärztlich abklären lassen. Gerade Welpen, die im Herbst oder Winter geboren wurden, leiden häufig an Blasenentzündungen. Ihre bodennahen und noch nackten Bäuche können dem nasskalten Wetter nicht trotzen.

Warum einige Welpen spät stubenrein werden

In einigen Fällen klappt es mit dem Stubenreinwerden des Welpen überhaupt nicht. Das hat nicht selten damit zu tun, dass wir Hundehalter dazu neigen, die Sauberkeitserziehung isoliert von der Gesamtentwicklung des Welpen zu betrachten.

Es wird für eine Selbstverständlichkeit gehalten, dass Welpen innerhalb weniger Tage, spätestens aber nach zwei bis drei Wochen wissen, wo ihre Hinterlassenschaften hingehören. In Wirklichkeit unterliegt diese Fähigkeit aber verschiedenen Reifungsprozessen, die dazu führen, dass der Zeitpunkt der verlässlichen Stubenreinheit von Hund zu Hund verschieden ist.

  • Zunächst muss ein Hundewelpe erst fähig sein, das von Harn und Kot verursachte Druckgefühl wahrzunehmen und den Zusammenhang zwischen diesem Druckgefühl und anschließender Entleerung zu erkennen.
  • Anschließend muss der Welpe lernen, seinen Schließmuskel willkürlich zu kontrollieren. Das Gefühl, sich und seine Umgebung kontrollieren zu können, stellt sich aber erst dann ein, wenn der Welpe den Zusammenhang zwischen eigenem Empfinden, seinen Taten und der Reaktion des Menschen herstellen kann. Das lernt er im Umgang mit euch, indem ihr ihn von Anfang an für erwünschtes Verhalten belohnt.
  • Nicht zu vergessen ist das Erlernen der Verhaltensaufschiebung. Wenn ein Welpe sich schließlich selbst als Verursacher von seinen Handlungen erkennen kann, muss er lernen, dem Verlangen, sich zu entleeren, dem Menschen zuliebe erst später nachzugeben.
  • Und schließlich die Kür – der Problemlöseprozess. Der Hund sollte bei der Wahrnehmung des Dranges, sich zu entleeren, wissen, was er tun kann, um dieses Problem zu lösen. Also beispielsweise, euch Bescheid zu sagen, damit ihr die Tür öffnet, er raus laufen kann und sich dort an der richtigen Stelle lösen kann, um so seinem Bedürfnis nachgeben zu können und euch gleichzeitig glücklich zu machen.

Was verlangen wir da eigentlich von unseren Vierbeinern? Da soll sich noch jemand darüber wundern, wenn Welpen nicht stubenrein werden.

Probleme mit der Stubenreinheit

Das Harnlassen und Koten kann nur durch Anspannen der Schließmuskulatur verhindert werden. Diese Fähigkeit ist Voraussetzung dafür, dass Welpen überhaupt lernen können, stubenrein zu werden. Je nach Genetik und individueller Entwicklung kann das unterschiedlich lange dauern. Es gibt durchaus Hunde, die das erst mit sechs Monaten können.

Das ist auch der Grund, weshalb Welpen nach dem Spaziergehen gleich in die warme Wohnung machen. Draußen ist es aufregend, vielleicht auch kalt – Schließmuskulatur wird angespannt. Zuhause ist es wie immer und dazu kuschelig warm – der Welpe entspannt inklusive seiner Schließmuskeln.

Es ist völlig normal, dass es noch hin und wieder Unfälle gibt. Gerade dann, wenn Ihr Freunde besucht, er in einer fremden Umgebung ist oder mit seinen Hundefreunden tobt, kommt die Verdauung in Gange und kann mal ein Ausnahme-Malheur verursachen.

Entspannt bleiben! Irgendwann wird jeder Hund stubenrein.

Welpen stubenrein bekommen
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2 Kommentare

  1. Ich finde diese Tipps wirklich hilfreich und sehr anschaulich beschrieben. Meine kleine hat das „System“ auch noch nicht ganz verstanden, wir üben weiter, und das ganz ohne Strafe und Gezeter. Es wird einfach weggewischt und gut. Draussen wird sie dafür umsomehr belohnt.

  2. Wie schön, da schreibt mir jemand aus der Seele. Unsere kleine Cattleline war auch mit im Bett. Nie musste ich nachts raus. Dafür war ich morgens ausgeschlafen, fit und entspannt für den ganzen Hundewahnsinn tagsüber und durfte die ganz Nacht mit einem Hundbaby kuscheln. Wir hatten mit Anderen wilde Diskusionen, dass wir unseren Hund nie mehr aus dem Bett bekommen und sie uns auf der Nase rum tanzen würde. Wir sollten unser Hundekind Nachts in eine Box sperren.
    Unser Gefühl sagte was anderes. Jetzt ist sie erwachsen, schläft gerne in ihrem Bett (dafür hat sie sich ganz alleine entschieden) und tanzt uns nicht auf der Nase rum.
    Wir würden das immer wieder so machen.

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