Hunde barfen – die 5 schlimmsten Fehler

Hunde barfen – immer gut gemeint, aber nicht immer gut gemacht. Die fünf schlimmsten Fehler, die ihr beim Barfen eures Hundes machen könnt.

Hunde barfen Fehler

1. Unbedarft Knochen füttern

Der bekannteste Fehler des Barfens von Hunden ist die Fütterung von gekochten Knochen. Beim Kochen verändern Knochen ihre Substanz, werden spröde und können splittern. Das kann beim Fressen dazu führen, dass sich Knochensplitter lösen und auf dem Weg der Verdauung schwere Verletzungen verursachen.

Doch nicht nur gekochte Knochen können eurem Hund schaden. Die Knochen von ausgewachsenem Geflügel sind luftgefüllt und ihre Knochenwände sehr dünn. Brechen sie, was beim Fressen zwangsläufig passiert, sind die Kanten sehr scharfkantig und bringen deshalb auch ein gewisses Verletzungspotenzial mit sich. Hunden, die noch keine Knochenfütterung gewohnt sind, solltet ihr deshalb junges Geflügel füttern, denn bei ihnen sind die Knochen noch elastischer und mit Knochenmark gefüllt.

An Knochen muss sich ein Hund erst gewöhnen. Wenn ihr euren Hund barft, solltet ihr grundsätzlich immer fleischige Knochen füttern. Das Fleisch am Knochen sorgt dafür, dass im Hundemagen ausreichend Magensäure gebildet wird, die für die Knochenverdauung sehr wichtig ist.

Doch nicht bei allen Hunden ist die Fähigkeit der Knochenverdauung gegeben. Es gibt Hunde, die nur geringe Mengen verdauen und bei einem Zuviel Knochenkotverstopfung bekommen. Andere, vor allem verdauungssensible Hunde reagieren mit Durchfall und Erbrechen. Bei älteren Hunden wiederum kann es sein, dass Knochen gar nicht mehr verdaut werden und in Stücken wieder ausgeschieden werden. In diesen Fällen ist das Barfen des Hundes dennoch möglich, aber ihr solltet dann auf ein Kalziumpräparat zurück greifen.

2. Sich nicht um die Zusammensetzung kümmern

Wölfe und Wildhunde wiegen ihre Mahlzeiten nicht ab, um ihren Nährstoffbedarf genauesten zu decken. Dafür ernähren sie sich im Idealfall von frischen Beutetieren, die alles enthalten, was ein Hund braucht. Wer sich in der Freiheit von Müll ernährt, stirbt dann eben früher. Wenn wir möchten, dass unsere Hunde gesund bleiben und lange leben, müssen wir schon ein bisschen mehr darauf achten, was sie fressen. Ein Zuwenig oder ein Zuviel bestimmter Nährstoffe kann langfristig zu gesundheitlich Schäden führen.

3. Zu viel Kehlkopf füttern

Kehlkopf und Schlundfleisch findet ihr in vielen Barf-Plänen. Sie enthalten aber auch Schilddrüse. Die in der Schilddrüse enthaltenen Schilddrüsenhormone werden durch die Verdauung freigesetzt und bringen den Hormonhaushalt eures Hundes durcheinander. Durch das Barfen mit Kehlkopf kann es zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen.

Aufpassen müsst ihr auch, wenn ihr Mischfleisch für euren Hund kauft. Oft ist Schlundfleisch enthalten. Das solltet ihr unbedingt beim Anbieter erfragen. Täglich als Barf-Ration gefüttert kann die Fleischmischung mit Schlund zu gesundheitlich Problemen und Verhaltensauffälligkeiten aufgrund zu vieler Schilddrüsenhormone führen.

Auch in Hühner- und Putenhälsen kann sich noch Schilddrüsengewebe befinden. Auch sie sollten nicht täglich und in großen Mengen gefüttert werden. Während sich die Schilddrüse beim Rind aber sehr weit oben im Bereich des Zungenbeins befindet, liegt sie beim Geflügel etwa in der Mitte des Halses. Wer nur die oberen Teile eines Geflügelhalses füttert, wird seinem Hund damit wenig schaden.

4. Zu viel Eiweiß, zu wenig Fett

Hunde können ihre Energie sowohl aus Eiweiß als auch aus Fett gewinnen. Bei der Verdauung von Eiweiß entstehen aber Nebenprodukte, die die Nieren belasten. Deshalb ist es besser, beim Barfen sehr fettes Fleisch zu füttern, sodass euer Hund auch Fett als Energielieferant hat. Als Barfer an mit Fett durchzogenes Fleisch zu gelangen, ist allerdings nicht so einfach. Ihr könnt alternativ die Menge des mageren Fleisches etwas reduzieren und dafür etwas tierisches Fett zufüttern, zum Beispiel Rinderfett.

5. Fleisch falsch auftauen

Fleisch ist ein sehr empfindliches Lebensmittel, welches nie ganz keimfrei ist. Taut ihr aber gefrorenes Fleisch unter luftdichten Bedingungen auf, zum Beispiel in einem Behälter oder einem Beutel, vermehrt sich ein Bakterium, das eurem Hund wirklich schaden kann: Clostridium botulinum. Diese Bakterien bilden ein Nervengift, das zu schweren Muskellähmungen führen kann.

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