Hund ist herzkrank – Mitralklappeninsuffizienz

Die Mitralklappeninsuffizienz ist die häufigste Herzerkrankungen bei Hunden. Sie tritt vor allem bei älteren Hunden auf sowie als Folge anderer Herzerkrankungen.

Hund ist herzkrank Mitralklappeninsuffizenz

Was ist eine Mitralklappeninsuffizienz beim Hund

Bei der Mitralklappeninsuffizienz die Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer nicht mehr richtig. Das bringt den normalen Blutfluss durcheinander. Während das Blut bei einem gesunden Hund wie durch eine Einbahnstraße durch das Herz gedrückt wird, fließt bei einem erkrankten Hund Blut durch die undichte Herzklappe zurück in den Vorhof.

Das hat zur Folge, dass des Herz seine Leistung verstärkt, sich mit der Zeit vergrößert, was wiederum das Herz weiter schwächt. Früher oder später kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen und dem typischen Lungenödem.

Mögliche Ursachen sind andere Herzerkrankungen sowie angeborene Bindegewebsschwächen. Letzteres kommt bei bestimmten Hunderassen häufiger vor als bei anderen und muss nicht bedeuten, dass man dem Hund in irgendeiner anderen Form zuvor ein schwaches Bindegewebe ansehen kann. Mehr Infos zu Herzerkrankungen beim Hund findet ihr auf der Tierkardiologie-Seite der LMU-München.

Typische Symptome der Mitralklappeninsuffizienz können Leistungsschwäche, unregelmäßige Atemfrequenz, Atemnot, Herzgeräusche, Husten und Ohnmachtsanfälle sein. Neben Röntgen und EKG wird die Diagnose vor allem mit Hilfe eines Herzultraschalls gestellt.

Behandlung und Umgang mit betroffenen Hunden

Entwässernde Medikamente
Furosemdide sind Diuretika und wirken nicht direkt am Herzen, sondern in der Niere, indem sie die Flüssigkeitsausscheidung verstärken. Damit wird das Blutvolumen reduziert. Sie kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn bereits Lungen- und andere Ödeme voliegen.

ACE-Hemmer
ACE-Hemmer wirken blutdrucksenken, gefäßerweiternd und fördern die Ausscheidung von Flüssigkeit. Damit wird das Herz entlastet und die typischen Symptome wie Atemnot und Husten verringert.

Inidilatoren
Pimobendan ist ein Inidilator und hat zwei Wirkungen. Es verstärkt die Herzkontraktion und wirkt zudem gefäßerweiternd und entlastet so das Herz. Es ist im Medikament Vetmedin enthalten und wird heute bevorzugt eingesetzt, weil es einige Vorteile gegenüber anderen Medikamenten hat..

Zusätzlich zu den gängigen Herzmedikamenten kann ein herzkranker Hund mit weiteren Mittel unterstützt werden. So gibt es Ergänzungsfuttermittel gegen Herzhusten beim Hund, die die Herzfunktion unterstützen. Auch gibt es homöopathische Mittel, wie Crataegus, die unterstützend wirken. Sie können eine schulmedizinische Behandlung durch einen Tierarzt nicht ersetzen, sondern sind wirklich als zusätzliche Unterstützung zu sehen.

Auch die Fütterung sollte bei herzkranken Hunden angepasst werden. Zuviel Natrium belastet das Herz. Das Futter darf deshalb nicht zu salzig sein. Auf die Fütterung von menschliche Essensreste sollte verzichtet werden- Doch auch Fertigfutter wird gelegentlich mit Salzen angereichert. Deshalb ist es wichtig, auf die Zusammensetzung zu schauen und im Zweifel dann doch lieber auf natriumarmes Futter für herzkranke Hunde zurück zu greifen. Außerdem sollte auf eine ausreichende Zufuhr hochwertiger Omega-3-Fettsäuren geachtet werden.

Auch herzkranke Hunde brauchen regelmäßige Bewegung. Diese muss aber an den betroffenen Hund angepasst werden. Im besten Fall schafft man es als Halter, den Hund in Nähe des Ruhepuls zu halten. Das heißt: entspannte Spaziergänge statt Hundesport, ruhige Runden statt Aufregung und Schreckmomente. Auch im Sommer ist Vorsicht geboten, denn starke Hitze belastet betroffene Hunde um ein Vielfaches.

Wer einen herzkranken Hund hat, wird ihn nur noch ungern allein zu Hause lassen. Was, wenn gerade dann etwas passiert? Tatsächlich sollte man es stark einschränken, wenn der erkrankte Hund unter Trennungsangst oder -stress leidet. Trotzdem ist es kaum jedem möglich und auch nicht sinnvoll, den Hund immer mit zu nehmen. Da aber herzkranke Hund durchaus auch zu kurzen Onmachtsanfällen neigen, bleibt doch die Angst, was man vorfindet, wenn man bei der Rückkehr die Tür öffnet. Eine große Beruhigung sind Kameras, mit denen man über Apps den Hund beobachten kann.

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