Analbeutelentfernung beim Hund – Erfahrung

Hat ein Hund einen Analdrüsentumor oder immer wiederkehrende Analbeutelentzündungen führt es manchmal auf eine operative Entfernung hinaus. Unsere Erfahrung:

Analdruese entfernen Analbeutelentfernung

Wie das Problem „Analbeutelentzündung“ bei uns begann

Muffin hat acht Jahre seines Lebens nie Probleme mit seinen Analdrüsen bzw. Analbeuteln gehabt. Dass es soweit gekommen ist, daran habe ich wohl Schuld.

Ihm musste ein Reißzahn gezogen werden. So eine Operation hinterlässt ein ziemlich großes Loch. Ich habe es gut gemeint und ihm Dosenfutter gekauft – hochwertig, getreidefrei, bio und so weiter. Das war im Nachhinein gesehen bei einem Hund, der sein Futter nicht kaut, sondern gleich herunter schlingt, ziemlicher Quatsch.

Ich denke, dass diese plötzliche Umstellung auf hochwertiges Futter mit wenigen bzw. fehlenden Ballaststoffen das Problem ins Rollen brachte. Muffin ist nämlich sonst ein Allesfresser, ziemlich robust und nicht der Typ für Verdauungsprobleme. Genau wissen tue ich es aber nicht. Doch etwa drei Tage nach der Operation begann eine Analdrüsen, Probleme zu machen. Es kam über Nacht. Plötzlich fing Muffin an, sich an seinem Hinterteil zu lecken und zu beißen.

Viele Wochen waren wir damit in tierärztlicher Behandlung. Da war ein Loch, das ein Abzess, aber auch eine Fistel hätte sein können. Und da war eine haselnusskerngroße Beule, die dort nicht hin gehörte, entweder eine Entzündung oder ein Tumor. Alle paar Tage waren wir in der Tierarztpraxis. Es wurde kontrolliert, gespült, gerätselt und immer mal wieder das Medikament umgestellt. Dann war Ruhe. Wieder ganz plötzlich. Das kleine Loch schien weg, die Beule unverändert da. Aber da die Beschwerden verschwunden waren, wurde auch die Behandlung beendet.

So gingen die Analdrüsen-Probleme weiter

Monatelang hatten wir Ruhe. Dann ging es wieder los. Dieses Mal sind wir in eine andere Praxis. Gleiche Diagnose, ähnliche Behandlung, aber dieses Mal anderes Antibiotika und hochdosiert Cortison, über mehrere Wochen.

Es dauerte. Dann plötzlich veränderte sich die Beule, wurde weicher, ließ sich entleeren und der Analbeutel endlich komplett spülen. Muffin leckte sich weniger. Wir reduzierten das Cortison. Die Beule wurde wieder hart, ließ sich wieder nicht wegdrücken. Plötzlich war der Gang des Analbeutels nicht mehr zu finden.

Die Entfernung dieses Analbeutels war schon länger als Option im Gespräch. Jetzt ging es nicht mehr anders. Wir wurden in eine Klinik überwiesen. Viele Tierarztpraxen führen diese Operation nicht durch. Ein falscher Schnitt in den Schließmuskel oder in Nerven hinein reicht schon aus und der Hund leidet hinterher an Kotinkontinenz.

Ich habe versucht, mich zu informieren. Leider gibt es nur wenige Erfahrungsberichte. Alle schreien „Nein, bloß nicht. Gefährlich.“ Aber einige wenige hatten es doch gemacht und diese Erfahrungen zur Entfernung der Analdrüsen waren ok.

Analbeutelentfernung – Operation

Zunächst fuhren wir zur Voruntersuchung in die Klinik. Wir gelangten an einen sehr netten Chirurgen, der erst wenige Tage zuvor seinem eigenen Hund wegen eines Tumors einen Analbeutel entfernt hat.

Dort erfuhren wir, dass es noch eine letzte Möglichkeit vor der Entfernung gäbe. Dazu müsste der Hund in Narkose und der betroffene Analbeutel wird richtig gründlich mit einem Mittel gespült, das mehr oder weniger alle Keime wegätzt. Wir besprachen, dass dies versucht, der Analbeutel aber noch in der gleichen Narkose entfernt werden würde, wenn dies nicht gelingt oder es Auffälligkeiten gäben würde.

Vier Tage später war der Tag der Narkose bzw. Operation. Ich brachte Muffin morgens hin und legte ihn mit in Narkose, bekam wenige Stunden später einen Anruf und konnte ihn nachmittags wieder abholen.

Ich bin ganz ehrlich. Ich habe gehofft, dass sie diesen Scheiß-Analbeutel doch entfernen, damit wir das Problem für immer los sind. Und das Glück war uns hold. Der Analbeutel war durch die Entzündungen so zerstört, dass nichts mehr zu retten war. Dieser Fall ist schon eher ungewöhnlich. Unzählige Hunde haben jahrelang wiederkehrende Analbeutelentzündungen, müssen viermal im Jahr deswegen behandelt werden. Und bei uns? Da sprengt schon die zweite alles kaputt.

Die ersten zwei Tage nach der Analbeutelentfernung sollen die schlimmsten sein. Das Kotabsetzen ist unangenehm und es kann Probleme mit der Stubenreinheit geben, weil es noch schwer zu kontrollieren ist.

Muffin hat in den ersten Tag nur zwei Ködel verloren. Der Kotabsatz klappte schon am nächsten Tag ohne Probleme. Man darf sich nur nicht erschrecken, denn anfangs gibt es noch kleine Blutbeimengungen im Kot. Drei Wochen lang dürfen sie sein. Danach ist alles soweit verheilt, dass kein Blut mehr kommen dürfte.

Man kann die Wunde nach dem Entfernen der Analdrüse zusammen flicken wie jede andere. Dann sieht es so aus, wie auf diesen Bildern auf Facebook aus.

Analbeutel beim Hund – wirklich entfernen?!Die Analbeutel liegen links und rechts im Bereich des Schließmuskels und…

Gepostet von Tiergesundheitszentrum Dammstücken am Montag, 4. Dezember 2017

Bei uns wurde es anders gemacht. Sie wurde von innen genäht. Man sah nichts außer eine leicht wulstige Verdickung am Afterkranz. Auch Fäden mussten keine gezogen werden.

Anfangs muss man etwas auf Sauberkeit achten. Sollte der Hund doch mal an die Wunde gelangen und lecken und auch nach dem Kotabsatz wird der Analbereich mit einem Hautdesinfektionsmittel eingesprüht (bei uns Octenisept).

Das größte unserer Probleme nach der Operation war die Rasur. Das abrasierte Haar nervte und juckte Muffin so sehr, dass er seinen Halskragen drei Wochen lang aufbehalten hat. Meine Befürchtung war aber, dass er sich doch zu doll beißt und innerlich noch etwas kaputt gehen kann.

Analbeutelentfernung beim Hund – Erfahrung
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